Höhr-Grenzhausen und Ransbach-Baumbach starten in die gemeinsame Arbeit im Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Rund 60 Interessierte waren der Einladung der beiden Verbandsgemeindebürgermeister Thilo Becker (Höhr-Grenzhausen) und Michael Merz (Ransbach-Baumbach) sowie der Koordinierungs- und Fachstelle gefolgt und haben am 14.01.2020 an der 1. Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im Kannenbäckerland teilgenommen. Im Vorfeld zur Demokratiekonferenz hatten die Bürgermeister der beiden Verbandsgemeinden bereits eine Kooperationsvereinbarung über die gemeinsame Arbeit im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterzeichnet.

Thilo Becker und Michael Merz

Bürgermeister Michael Merz hob in seiner Begrüßung die Kooperation der beiden Verbandsgemeinden zu dem wichtigen Thema des Bundesprogramms hervor und freute sich, dass sich die beiden Verbandsgemeinden auch in diesem Bereich auf einen gemeinsamen Weg machen. Bürgermeister Thilo Becker verspricht sich von den bereits seit 2015 gesammelten Erfahrungen der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen viele Vorteile für den nun gegründeten Zusammenschluss zur Partnerschaft für Demokratie im Kannenbäckerland. Er forderte in seiner Begrüßung insbesondere Vereine und Schulen als wichtige Projektträger auf, sich an der Arbeit zu beteiligen und mit Projektideen an die Koordinierungs- und Fachstelle oder das federführende Amt heranzutreten. Aber auch Privatpersonen und weitere Akteure*innen der Zivilgesellschaft lud Thilo Becker ein, sich bspw. durch die Mitarbeit im Begleitausschuss, als beteiligtes Steuerungsgremium, an dem Bundesprogramm zu beteiligen

„Wir müssen insbesondere jungen Menschen das Thema Demokratie noch näher bringen und die Partizipation an den Beteiligungsprozessen voranbringen. Aber auch jeglicher Form von Extremismus vorzubeugen, ist und bleibt eine wichtige Aufgabe der Partnerschaft für Demokratie,“ so Thilo Becker. Auch er ist sehr froh, dass sich die Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach diesem so wichtigen Weg anschließt und man diesen nun in direkter Nachbarschaft gemeinsam geht.

Im Anschluss begrüßte Stefan Wolfram (Projekt Arbeit und Lernen e.V.) als Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Kannenbäckerland die Konferenzteilnehmer. „Wir möchten mit dem Bundesprogramm Schulen, Vereine und Kirchen aber auch relevante Akteure*innen der Zivilgesellschaft erreichen und zur Mitarbeit bewegen. Haben Sie eine Projektidee, wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite! Möchten Sie sich durch eine Mitarbeit im Begleitausschuss aktiv beteiligen, melden Sie sich,“ so der eindringliche Appell von Stefan Wolfram.

Nach einem Vortrag des Beratungsknotens Westerwald/Altenkirchen gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz zum Thema „Aktuelle Entwicklungen in der rechten Szene im Bereich Westerwald/Koblenz“ ging Stefan Wolfram noch einmal näher auf die Strukturen des Bundesprogramms ein.

Für die Umsetzung der Kernziele des Bundesprogramms „Demokratie fördern. Vielfalt gestalten. Extremismus vorbeugen.“ im Rahmen von Einzelprojekten stehen der Partnerschaft für Demokratie im Kannenbäckerland für das Förderjahr 2020 55.000 € zur Verfügung, darüber hinaus wurden für die Stärkung der Beteiligung junger Menschen an der Partnerschaft für Demokratie 15.000€ Fördermittel genehmigt. Träger von Einzelprojekten können Vereine und Institutionen sein. „Aber auch wenn Sie als Privatpersonen eine Projektidee habe, aber keinen antragstellenden Verein, dann sprechen Sie mich an um gemeinsam eine Lösung für die Durchführung eines programmentsprechenden Projektes zu finden,“ so Stefan Wolfram. Auch die Bemühungen um eine stetige Beteiligung junger Menschen an der Partnerschaft für Demokratie betonte Stefan Wolfram. Die in den vergangenen Jahren begonnene Arbeit zum Aufbau eines Jugendforums wird fortgeführt. Hier soll es eine enge Zusammenarbeit mit der Jugendpflege beider Verbandsgemeinden geben, so dass das Jugendforum künftig verstetigt werden kann.

Auch einen Einblick in Projektideen, die im Förderjahr 2020 umgesetzt werden könnten, gab Stefan Wolfram. So kann es Vorträge und Workshops zu aktuellen Entwicklungen in der rechten Szene, neuen Entwicklungen rechtsaffiner Musik, Mädchen/Frauen in der rechten Szene und Rassismus im Alter geben. Aber auch verschiedene Filmvorführungen zu den Themenbereichen des Programms und Angebote zum Thema „Vorurteilsbildung im Elementarbereich“ stehen auf der Agenda für das Jahr 2020. Stefan Wolfram betonte, dass es sich hier um Ideen handelt, die seitens der Koordinierungs- und Fachstelle und des federführenden Amtes entwickelt wurden, um potentiellen Projektträgern Gedankenanstöße zu geben und reagieren zu können, sofern eine nicht vollständige Ausschöpfung der Fördermittel absehbar ist. „Haben Sie ein Projekt, dass nicht unter diese Ideenkatalog fällt, dann sprechen Sie uns auf jeden Fall an.“

Zum Abschluss der Konferenz teilte Stefan Wolfram noch den Termin zur ersten Sitzung des Begleitausschusses der Partnerschaft für Demokratie im Kannenbäckerland mit. Dieser trifft sich bereits am Montag, 20.01.2020 um 17.30 Uhr im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach. Haben Sie Interesse an einer Mitarbeit im Begleitausschuss als Gremium, welches an der Ausrichtung der Partnerschaft für Demokratie beteiligt ist und Förderempfehlungen für eingereichte Projektanträge ausspricht? Dann melden Sie sich bei Stefan Wolfram info@paulev.de oder Tel. 0175-5247617 oder dem federführenden Amt der Partnerschaft für Demokratie anne-kathrein.bierenfeld@hoehr-grenzhausen.de oder Tel. 02624-104-111. Ein Einstieg in den Begleitausschuss ist auch im laufenden Förderjahr möglich.