Erste Demokratie-Konferenz 2016 erfolgreich stattgefunden

Die erste Demokratie-Konferenz 2016 informierte Bürgerinnen und Bürger über die Willkommenskultur in Höhr-Grenzhausen und die Arbeit im Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen hat auch im Jahr 2016 im Rahmen des durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgelegten Programms „Demokratie leben!“ die Möglichkeit, Einzelprojekte zur Förderung von zivilem Engagement und demokratischem Verhalten zu unterstützen.

Um sich über die geplanten Projekte und Aktivitäten im Bundesprogramm zu informieren und einen aktuellen Überblick über die Arbeit in der Willkommenskultur für geflüchtete Menschen in Höhr-Grenzhausen zu erhalten, haben sich am 13. April 2016 rund 50 Personen auf Einladung von Bürgermeister Thilo Becker und Stefan Wolfram, Koordinierungs- und Fachstelle für „Demokratie leben!“, im CeraTechCenter Höhr-Grenzhausen eingefunden.

Demokratie-Konferenz 012016

Stefan Wolfram eröffnete in seiner Funktion als Koordinierungs- und Fachstelle in Höhr-Grenzhausen die Konferenz und begrüßte alle Anwesenden. Auch Bürgermeister Thilo Becker begrüßte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen recht herzlich. Bürgermeister Becker hob hervor, dass Demokratie und demokratisches Verständnis eine der Grundpfeiler unserer Gesellschaft sind, welche es immer wieder mit Leben zu füllen gilt. Gerade aus diesem Grund wird in Höhr-Grenzhausen großer Wert auf die Arbeit im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gelegt, so Becker weiter. Bürgermeister Becker betonte, das Lernen von Demokratie und demokratischem Verhalten müsse schon bei den Jüngsten der Gesellschaft einsetzen und vorgelebt werden. Daher ist Becker besonders stolz, dass seit Beginn des Jahres ein Jugendforum in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen etabliert werden konnte. Hier engagieren sich inzwischen 15 Jugendliche für Höhr-Grenzhausen und entwickeln Projekte. Im Rahmen einer Teilnahme an einer Sitzung des Jugendforums konnte sich Herr Becker bereits selbst ein Bild von der Arbeit der Jugendlichen machen und betonte, dass die Dynamik und das Engagement ihn beeindruckt haben. Die anwesenden Mitglieder des Jugendforum bat er, ihr Engagement für demokratische Strukturen und ihre Möglichkeit zur Beteiligung an demokratischen Prozessen weiter aufrecht zu erhalten.

Darüber hinaus dankte Becker auch den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingsarbeit für ihre außerordentlich wertvolle Arbeit für die geflüchteten Menschen.

Bürgermeister Becker informierte die Anwesenden im Anschluss über das am 22. Mai 2016 stattfindende Konzert der Begegnung, das im Rahmen einer Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ von dem Förderverein der Ernst-Barlach-Realschule Plus ausgerichtet wird. Für das Konzert konnten die Verantwortlichen die Band „Bärenspiel“ gewinnen, welche u.a. gemeinsam mit der Rockband der Realschule den Abend gestalten wird. Herr Becker sprach eine herzliche Einladung an alle Anwesenden zu dem Konzert der Begegnung aus. Darüber hinaus wird auch die DiTip Türkisch-Islamische Gemeinde zu Höhr-Grenzhausen e.V. in diesem Jahr ein Projekt im Rahmen des Bundesprogramms durchführen. Hierzu konnten die Vereinsverantwortlichen den renommierten Islamwissenschaftler Dr. Bekir Alboga gewinnen. Herr Becker betonte, dass gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen eine Zusammenarbeit aller kulturellen und sozialen Akteure wichtig ist, und lädt auch zu der am 31. Mai 2016 im Keramikmuseum stattfindenden Veranstaltung herzlich ein.

Anne-Kathrein Bierenfeld, Mitarbeiterin des Sozialamtes der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, gab den Anwesenden anschließend einen kurzen Überblick über die aktuellen Zahlen der geflüchteten Menschen in Höhr-Grenzhausen. Demnach werden durch das Sozialamt der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen aktuell 138 Geflüchtete betreut, hiervon stammt mit 66 Personen der überwiegende Anteil aus Syrien. Im Laufe der letzten Monate ist es der Verbandsgemeinde gelungen, alle Personen in dezentrale Wohnungen unterzubringen, so dass eine Kasernierung vermieden werden, und von Beginn an die Integration in das Gefüge der Verbandsgemeinde starten konnte. Frau Bierenfeld informierte, dass im Jahr 2016 bisher fünf Personen freiwillig in ihr Heimatland zurückgekehrt sind. Ebenso vielen Personen wurde seit Januar durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Flüchtlingseigenschaft nach der Genfer Konvention zuerkannt. Abschließend dankte auch Frau Bierenfeld den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in der Flüchtlingsarbeit für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

Daran anknüpfend stellte Stefan Wolfram die aktuell in Höhr-Grenzhausen im Rahmen der Willkommenskultur eingerichteten Angebote vor. Neben der Betreuung durch das Sozialamt der Verbandsgemeinde werden über die Flüchtlingskoordination der Seconhand-Shop O.A.S.E., das Café Welcome, zahlreiche Deutschkurse, eine Nähwerkstatt und das Möbellager angeboten. Darüber hinaus erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem Kinderkleider-Lädchen des Kinderschutzbundes Höhr-Grenzhausen und den Migrationsdiensten von Caritas und Diakonie.
Die bestehenden Angebote können auch in diesem Jahr durch einige Projekte im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ ergänzt werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Begleitausschuss als Entscheidungsgremium über eingereichte Förderanträge für drei Arbeitsbereiche entschieden. So sollen Projekte zur Prävention von Rechtsextremismus sowie gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Projekte im Bereich der Flüchtlingsthematik & Willkommenskultur sowie im Rahmen einer Woche der Demokratie durchgeführt werden. Stefan Wolfram stellt anschließend die für 2016 geplanten Projekte vor.
Im Bereich Prävention von Rechtsextremismus sowie gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wird der Vortrag des renommierten Islamwissenschaftlers Dr. Bekir Alboga zum Thema „Der Islam – Vom Streit zum Gespräch“ durchgeführt werden. Es werden Vorträge von Andreas Speit und Dr. Nils Franke zu Entwicklungen der rechten Szene u. a. am Praxisbeispiel Pegida stattfinden. Der ehemalige NPD-Funktionär Stefan Rochow wird in seinem Vortrag „Einblicke in rechte Lebenswelten“ über seine Erfahrungen in der NPD berichten. Darüber hinaus wird die Ausstellung „Wenn ihr hier ankommt….“ von Christoph Gann gezeigt, die sich mit dem Schicksal einer jüdischen Familie zwischen Kindertransport und gescheiterter Migration befasst. Und es wird unter diesem Themenbereich im Rahmen von Schulaufführungen an der Ernst-Barlach-Realschule plus sowie dem Gymnasium im Kannenbäckerland zwei Theaterstücke zu den Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit geben. Das in 2015 begonnene Filmprojekt der Schiller-Schule „Rassismus fängt zuhause an…“ wird unter diesem Themenschwerpunkt ebenfalls abgeschlossen werden.

Im Bereich der Flüchtlingsthematik & Willkommenskultur wird das beliebte „Café Welcome“ auch in 2016 als Einzelprojekt im Rahmen des Bundesprogramms weiter fortgeführt. Die evangelische Kirche Höhr-Grenzhausen führt ein Begegnungscafé speziell für geflüchtete Eltern mit Kindern sowie Migranten und Migrantinnen in Höhr-Grenzhausen als Einzelprojekt durch. Wobei das Begegnungscafé ausdrücklich nicht in Konkurrenz zu dem Café Welcome steht, da es dienstags stattfinden wird. Darüber hinaus wird am 22. Mai 2016 das Konzert der Begegnung durch den Förderverein der Ernst-Barlach-Realschule plus als Einzelprojekt durchgeführt. In diesem Rahmen soll auch das Einzelprojekt „Band mit Flüchtlingen“ den ersten Auftritt haben, hier sollen einheimische Musiker mit interessierten Geflüchteten musizieren.

Im Rahmen der Woche der Demokratie werden einige der vorgenannten Einzelprojekte stattfinden. Die Woche der Demokratie soll mit dem Tag der Demokratie ihren Abschluss finden, an welchem u. a. die in den Jahren 2015 und 2016 durchgeführten Projekte noch einmal vorgestellt werden. Die genauen Termine für die einzelnen Vorträge und Veranstaltungen werden gesondert veröffentlicht.

Das Jugendforum, welches wie Bürgermeister Becker bereits zu Beginn mitteilte, zwischenzeitlich mit 15 Jugendlichen besetzt ist, stellt darüber hinaus eine separate Säule dar. Auch Stefan Wolfram lobte noch einmal die engagierte Arbeit der Jugendlichen und freut sich auf viele interessante Projekte der Jugendlichen.